WordPress & mehrsprachige Websites

WordPress-Sprache hinzufügen: zweite Sprache Schritt für Schritt einrichten

Sie möchten Ihrer WordPress-Website Englisch oder eine andere Sprache hinzufügen. Die Einstellung „Sprache der Website“ reicht nicht – so gehen Sie mit Struktur, Prioritäten und SEO vor.

Von AYM FlowVeröffentlicht: 5 Min. Lesezeit

Um in WordPress eine Sprache hinzuzufügen, genügt es nicht, unter Einstellungen > Allgemein die „Sprache der Website“ zu ändern: Diese Einstellung ändert die Sprache des Adminbereichs und der Theme-Texte, nicht aber die Inhalte, und legt keine zweite Sprachversion an. Für eine echte zweite Sprache braucht jede Seite in dieser Sprache eine eigene Adresse, übersetzte Inhalte, Menüs und SEO-Felder, und Besucher müssen über einen Sprachumschalter wechseln können. Dieser Leitfaden führt Sie der Reihe nach durch die Schritte für eine bestehende Website: Vorbereitung, URL-Struktur, Plugin-Wahl, Übersetzung der wichtigsten Inhalte, Menüs und Formulare, SEO-Einstellungen und die Kontrolle nach dem Start.

„Sprache der Website“ und mehrsprachige Website – der Unterschied

Die eingebaute Spracheinstellung von WordPress übersetzt den Adminbereich und feste Theme-Texte wie „Weiterlesen“ oder Datumsformate in die gewählte Sprache. Ist Ihre gesamte Website einsprachig, ist das die richtige Einstellung. Möchten Sie aber dieselbe Seite gleichzeitig auf Deutsch und Englisch veröffentlichen, brauchen Sie ein Mehrsprachigkeits-Plugin oder eine WordPress-Multisite. Viele Suchanfragen nach „WordPress Sprache ändern“ entstehen genau aus der Verwechslung dieser beiden Bedürfnisse. Dieser Leitfaden behandelt den zweiten Fall: eine neue Sprachversion Ihrer Website.

Vorbereitung: welche Sprache, welche Inhalte?

Beantworten Sie vor dem Start zwei Fragen. Erstens: Welche Besucher soll diese Sprache erreichen? Touristen, Kunden im Ausland oder fremdsprachige Menschen im Inland brauchen unterschiedliche Inhalte. Zweitens: Welche Seiten werden zuerst übersetzt? Sie müssen nicht alles auf einmal übersetzen, aber eine halb leere Sprachversion kostet Vertrauen. Für die meisten Websites sind Startseite, Leistungs- oder Produktseiten, Über uns, Kontakt und einige der meistbesuchten Seiten der richtige Anfang.

Eine zweite Sprache betrifft oft auch Kontaktpunkte außerhalb der Website: Formularbenachrichtigungen, Buchungs-E-Mails, Rechnungen und Bildschirme vor Ort. Ein Padelclub mit vielen internationalen Gästen kann beim Hinzufügen von Englisch zum Beispiel auch zweisprachige Hinweise und Sponsorenbilder auf seinen Platzbildschirmen mit Multi Score Screen einplanen. Wer an jeder Station dieselbe Sprache sieht, fasst schneller Vertrauen.

Die URL-Struktur wählen

Jede Sprache braucht eine eigene Adresse. Drei Varianten sind verbreitet: Unterverzeichnis (beispiel.de/en/), Subdomain (en.beispiel.de) oder eigene Länderdomain (beispiel.co.uk). Für die meisten Unternehmen ist das Unterverzeichnis am praktischsten: eine Website, ein SSL-Zertifikat, eine Domain. Wofür Sie sich auch entscheiden – legen Sie es vor dem Start fest; eine spätere Änderung bedeutet Weiterleitungen und Ranking-Risiken. Die Sprache per URL-Parameter (?lang=en) anzugeben, ist nicht empfehlenswert.

Plugin wählen und installieren

Mehrsprachigkeits-Plugins unterscheiden sich in Inhaltsmodell, WooCommerce-Unterstützung und Preis; wir vergleichen sie im Beitrag WPML oder Polylang?. Unser eigenes AYM Multilingual erlaubt im kostenlosen Lite-Tarif manuelle Übersetzung für bis zu zwei Sprachen – gut, um eine zweite Sprache auszuprobieren. Kostenpflichtige Tarife bringen KI-Übersetzung, unbegrenzte Sprachen und Importe aus WPML und Polylang. Installieren Sie das Plugin zuerst auf einer Testkopie und probieren Sie es mit einigen Seiten aus; so vermeiden Sie Überraschungen auf der Live-Website.

Die zweite Sprache Schritt für Schritt hinzufügen

  1. Backup erstellen: Datenbank und Dateien vollständig sichern.
  2. Sprache anlegen: Neue Sprache und URL-Struktur im Plugin einrichten; die Standardsprache nicht ändern.
  3. Wichtige Seiten übersetzen: mit Startseite, Leistungen, Über uns und Kontakt beginnen und von Muttersprachlern prüfen lassen.
  4. Menüs und Footer zuordnen: je Sprache ein Menü anlegen, Header- und Footer-Texte übersetzen.
  5. Formulare nicht vergessen: Felder, Fehlermeldungen und Benachrichtigungs-E-Mails übersetzen.
  6. SEO-Felder ausfüllen: Titel, Beschreibungen und Slugs je Sprache eigens formulieren.
  7. Sprachumschalter einbauen: Er soll zum Gegenstück der aktuellen Seite führen.
  8. Prüfen und veröffentlichen: hreflang-Tags, Sitemap und mobile Ansicht testen.

SEO-Einstellungen: damit die neue Sprache gefunden wird

Damit die neue Sprachversion in Suchmaschinen erscheint, muss jede Seite ihre Gegenstücke über wechselseitige hreflang-Tags angeben, jede Sprache in der Sitemap stehen und das Canonical-Tag auf die Adresse in der eigenen Sprache zeigen. Übersetzte Titel sollten zu den Begriffen passen, nach denen in dieser Sprache tatsächlich gesucht wird; eine Wort-für-Wort-Übersetzung verfehlt oft das richtige Keyword. Reichen Sie nach dem Start die Sitemap in der Search Console ein und beobachten Sie einige Wochen lang die Indexierung der neuen Sprachseiten.

Sprachumschalter und Nutzererlebnis

Wo der Umschalter steht, wie Sprachen benannt werden und wohin Besucher nach der Wahl gelangen, entscheidet mit darüber, wie stark die neue Sprache genutzt wird. Schreiben Sie Sprachen in ihrer eigenen Bezeichnung, halten Sie den Umschalter überall an derselben Stelle und führen Sie Besucher zum Gegenstück der aktuellen Seite. Details stehen in unserem Beitrag zum Sprachumschalter in WordPress. Nutzen Sie eine automatische Weiterleitung nach Browsersprache, dann nur als Vorschlag und mit gespeicherter Wahl.

Häufige Stolpersteine bei Bestandswebsites

Bestehende Websites bringen ihre eigenen Hürden mit. Fest im Theme verbaute Texte lassen sich oft nur per String-Übersetzung erfassen, ältere Page-Builder-Layouts enthalten Text in Bildern oder Schiebereglern, und manche Plugins speichern Inhalte in eigenen Tabellen, die ein Übersetzungs-Plugin nicht automatisch erkennt. Prüfen Sie deshalb vor der Übersetzung, welche Plugins Texte ausgeben, und notieren Sie Stellen, die manuell bearbeitet werden müssen. Diese Bestandsaufnahme verhindert, dass die neue Sprache später voller deutscher Reste ist.

Nach dem Start: Pflege und neue Inhalte

Eine zweite Sprache ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Prozess. Für jede neue Seite und jeden Blogbeitrag muss die Übersetzung mitgeplant werden, sonst driften die Sprachversionen auseinander. Der Übersetzungs-Check in AYM Multilingual listet unübersetzte oder veraltete Inhalte auf. Trennen Sie außerdem Ihre Analysedaten nach Sprache, um zu sehen, wie viele Besuche und Anfragen jede Sprache bringt, und den Nutzen der Investition zu bewerten.

Geht es auch ohne Plugin?

Jede Sprache als eigene Website in einer WordPress-Multisite anzulegen, ist eine Alternative ohne Plugin, erfordert aber mehr technisches Know-how bei Einrichtung und Pflege. Vor- und Nachteile beleuchten wir im Beitrag WordPress mehrsprachig ohne Plugin. Wenn Sie Ihre zweite Sprache professionell einrichten lassen möchten, finden Sie alles zu unserem Angebot für mehrsprachiges WordPress.

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Häufig gestellte Fragen

Macht die Änderung der Website-Sprache WordPress mehrsprachig?

Nein. Die Sprache unter Einstellungen > Allgemein ändert Adminbereich und Theme-Texte. Für eine zweite Sprachversion braucht es ein Mehrsprachigkeits-Plugin oder eine Multisite.

Welche URL-Struktur eignet sich für eine zweite Sprache?

Für die meisten Unternehmen ist ein Unterverzeichnis (beispiel.de/en/) am praktischsten. Entscheiden Sie in jedem Fall vor dem Start.

Muss ich alle Seiten auf einmal übersetzen?

Nein. Beginnen Sie mit den wichtigsten Seiten, veröffentlichen Sie aber keine halb leere Sprachversion und geben Sie für unübersetzte Seiten kein hreflang aus.

Wann erscheint die neue Sprache bei Google?

Wie lange die Indexierung nach dem Einreichen der Sitemap dauert, ist unterschiedlich. Beobachten Sie die Berichte in der Search Console.

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